Die Lehrer in Klein-Linden.


1. Ludwig Haupt, 1650 – 1677.  
Ludwig Haupt, *??, ??, +um 1677, Klein-Linden.
1. Ehefrau: Anna Elisabetha Schmidt, Johannes Lentz Witwe.
2. Ehefrau: Maria NN, Baldasar Weygels Witwe.

Erster nachweisbarer Schulmeister (Gründer der Schule?) in Lindes, Opfermann, Schmied.

KB 2 Gr-L: oo 2: Ludwig Haubt, Opfermann u. Wittiber(?) & Maria, Balthasar Weigel, Sen. & CGS vidua.
+/#: [nicht im KB 2. Er muß um 1677 gestorben sein, der Eintrag im Prot. Vig. ging verloren.]
[Er stammt möglicherweise aus der Herborner Gegend, da, lt. Protocollum Vigelii, "in einem Dorf bei Herborn" sein Bruder begraben wird.]

Matthes & Rau: 1. Schulmeister & Gründer(?) der Schule in Lindes, amtierte von 1650-1677.  Hielt Schule in seiner Wohnstube.  Sein Nachfolger wurde sein Stiefsohn Ludwig Weygel.
1. Ehe: Angabe von Frau Elisabeth Lenz, Lollar, nach genealogischen Notizen von Pfarrer Hoffmann.
Stumpf, Seite 30:
1640: Ludtwig Haupt (Kriegsschaden: Ludwig Haupt 6 [Reichstaler]). 
1660: Ludwig Herbst [mit Sicherheit Lesefehler, einen "Herbst" gab es nicht in Lindes.]

Nennungen im Prot. Vig.:
den 2. Mart. (1652) haben die Lindeßer einen Zaun umb ihren Kyrchhof gemacht. Hat seythero nach dem Kriegswesen noch immer offen gestanden. den 4. der Opfermann Dörner drauf gemacht.

den 7. Mart. (1652) ich (da ein Student ...[leer] fur mich alhir predigte:) des morgens Zu Lindes geprediget, vnd Johann-Philipsen, Peter Lentzen Kind getauft. It(em) Elisabeth(en), Ludwig Haubts Opfermanns frawen ein Zeugnus gegeb(en), Hermann Sacken Zu Heuchelheim ein Kind zu heben.

den 9. und 10. 10br. (1656) ...
Eod. Joh. Ludwig, Opfermanns bruder Zu Lindes hinweg gegangen gen Biel, Zu seinem anderen bruder, so salwin hat
[Zwischen die Einträge reingekritzelt, kaum lesbar.]

den 7. Jul. (1657) hat der Kastenmeister gev. Elias Wagner 3. mas Kalck Zu Lindes vom Opfermann gekauft fur 9.alb. und gelescht und eingegrab(en) in den Früe(?)Hof.

den 4. 7br. (1673) spricht mich Ludwig Haubt, Schulmeister und Opfermann zu Lindes schriftlich an, dz ich seiner Haußfrauen Elisabethen, 85. Jahr alt, so seyt 18. Aug. einen durchbruch gehabt, und gestern (3.dieseß) abends zwischen 5.und 6.uhren gestorben ist, morgen (5.dieseß) die LeichPredigt thun wölle. Habe ihr
den 5. ejusd. die LeichPredigt (Zugleich auch monatl. BettagsPredigt) gehalten, über die II. Bitt in der Litaney: Christe eleison, M. Georg Albrechts II. Predigt darüber. Führete auch das gesang. Hielte (cum uxore) mahlZeit mit ihm.

den 25. Jul. (1676) sagte mihr der Opfermann Zu Lindes, daß unserß gn. Landes Fürsten Bruder H. Landgraf Georg; It(em) der graf von Greifstein (welcher vor 8 tagen noch vor seiner Schmidten gewesen,) gestorben wären.

HS, Band X, Seite 48: Ludwig Haupt von Klein=Linden, 1650-1677 Schulmeister in Klein-Linden.

 
2. Ludwig Weigel, 1677-1698.  
Ludwig Weygel, *um 1651, Klein-Linden, +11.06.1723, Klein-Linden.
Ehefrau: Anna Elisabeth Sack von Heuchelheim.

Schulmeister in Lindes von 1677-1698. Folgte seinem Stiefvater Ludwig Haupt und gab das Amt an seinen Schwiegersohn Johann Peter Neydel weiter. Kirchensenior.

oo: KB 2 Gr-L: Ludwig, Balth. Weygel, Sen. u. C.G.S. fil. rel. & Elisabetha, Hermann Sack, v. Dutenhofen fil. 
[Den Namen "Sack" gibt es in Dutenhofen nicht bei Stumpf. Nach Auskunft von Herrn Agel auch nicht im KB usw. Durch die Patenschaften ist aber sehr deutlich, daß die Frau aus Heuchelheim stammen muß und eine Tochter von dem dortigen Hermann Sack sein muß. Den Beweis erbrachte dann eindeutig das Protocollum Vigelii:] 
oo: Prot. Vig. Proclamationen: 
den 19. Januar (1673) Ich des morgens Zu Lindes geprediget, und daselbst (auf ansprechen Ludwig Haupten) Ludwig, Balthasar Weigels S. gewes: Senioren und Centgerichts Schöpfen sohn, mit Elisabethen, Hermann Sacken tochter von Heuchelheim, aufgerufen 1.mahl.

den 26. Januar (1673) habe ich Ludwigen, Balthasarß Weigelß S. Sohn zu Lindes, und seine Braut Elisabethen, Hermann Sacken von Heuchelheim tochter, 2.mahl aufgerufen.

den 2. febr. (1673) Ludwig Weigel und Elisabeth gespons(en) 3.mahl aufgerufen.

+/#: Gr-L: Abends zwischen 6 u. 7, ... Kirchenältester zu Lindes, auch ehemals daselbst gewesener Schuldiener, Aovum 72 Jahr u. etl. Wochen. 
[Kl-L: kein #datum, keine Altersangabe.]

HS, Band X, Seite 48: Johann Ludwig Weigel von Klein=Linden, Sohn des Kirchenältesten Johann Balthasar Weigel, 1677-1698 Schulmeister in Klein=Linden. Er war der Stiefsohn seines Vorgängers.  


3. Johann Peter Neidel, 1698-1716. 
Johann Peter Neydel, *err. ??.03.1672, Klein-Linden, +10.11.1716 Klein-Linden.
Ehefrau: Catharina Maria Weygel von Lindes.

Schulmeister in Klein-Linden, 1698-1716, Schwiegersohn des vorherigen Schulmeisters.

*/~: [Im KB 1 Gr-L keinen Geburtseintrag in 1672 gefunden.]
Y: 1684: (bei Lindeser Knaben, alle ohne Vaterangabe): Johann Peter Neijdel.   
oo: den 8.9bris Peter Neydel zu Lindes mit Catharina Maria, Ludwig Weygels, Schulmeisters Tochter daselbst ehelich copuliert worden.  
+/#: ... abends gegen 7 Uhr, ... mit 44 Jahr,8 Monath, weniger etliche Tag. Schuldiener allhier, hat sein Amt wohl und treu verrichtet.  

HS, Band X, Seite 48: Johann Peter Neidel von Klein=Linden, Sohns des Gemeinsmanns Johannes Neidel, 1698-1716(+) Lehrer in Klein=Linden. Sein Adjunkt war 1713-1716 sein Schwiegersohn Johann Michael Daubner, der sein Nachfolger wurde. 


4. Johann Michael Daubner, 1716-1719.

Er war der Schwiegersohn seines Vorgängers. (siehe Nr. 6.)


5. Johann Wilhelm Lampes, 1719-1731.  
Johann Wilhelm Lampus, ~20.10.1696 Gießen, +11.06.1748 Fellingshausen.
Ehefrau: Anna Maria Acker von Lindes.

Lehrer in Lindes, Annerod & Fellingshausen.
1719-1731 Schulmeister in Klein-Linden.

*/~: nach FB Gießen, 2322,5. [Dort 6 Geschwister eingetragen.] 
oo: Johann Wilhelm Lampus, Schulmeister allhier & Johann Henrich Ackers Tochter.   
     
NB: Weil der Bethtag in diese Woche eingefallen, ..umb Erlaubniß, die Hochzeit mit Spielleuten....
+: nach HS.

Ab 1730 Schulmeister in Annerod (Tausch mit Michael Daubner). [Rektor Rau.]

FB Annerod, 313. 

HS, Band X, Seite 51: Johann Wilhelm Lampes, geb. 1696 zu Gießen, Sohn des Bürgers Lampus, 1719-1731 Lehrer in Klein=Linden, 1731-1739 Lehrer in Annerod, 1739-1748 Lehrer in Fellingshausen, + 11. Juni 1748.   


6. Johann Michael Daubner, 1731-1739. 
Johann Michael Daubener, *03.01.1694, Annerod, + 02.04.1761, auf einer Wiese zwischen Romrod & Gethürms.
Ehefrau: Anna Elisabeth Neydel von Lindes.

Schulmeister in Lindes,  Annerod, Lindes, Dauernheim, Rudingshain & Gethürms. 
Schulmeister in Lindes: 1716-1719 & 1731-1739.

oo: Johann Michael Dauberer, Schuldiener allhier, Johann Henrich Dauberer von Annerod Sohn & Anna Elisabeth Neydel, Johann Peter Neydels hinterl. Tochter. 
+: "Herr Joh. Michael Taubner, gewesener Schulmeister auf dem Gethürms, hatte sich den 1. April hierher nach Romrod um gewisser Geschäfte willen begeben, und als er auf dem Rückwege wieder begriffen war, so blieb er wegen zugestoßener Schwachheit unterwegs auf einer Wiese in der Aue die Nacht hindurch liegen und starb des Morgens gegen 7 Uhr, als dem 2. April, in einem Alter von 67 Jahren und 3 Monate; den folgenden Tag aber hierauf wurde er christlichem Gebrauche nach allhier zur Erde bestattet."  

HS, Band X, Seite 317:  Johann Michael Daubner von Annerod, Sohn des Lehrers Heinrich Christoph Daubner, 1713-1716 Adjunkt, 1716-1719 Lehrer Klein=Linden, 1719-1720 Adjunkt, 1720-1731 Lehrer Annerod, 1731-1739 Klein=Linden, 1739-1741 zweiter Lehrer in Dauernheim, 1741-1743 Lehrer in Rudingshain, 1743-1761 Lehrer in Gethürms, + 2. April 1761. Sein Adjunkt war 1752-1761 sein Sohn Johann Friedrich Daubner, der sein Nachfolger wurde. Über den Tod Daubners ist in dem Romroder Kirchenbuch folgender Eintrag enthalten: [s. o.]


7. Johann Friedrich Wagner, 1739-1762.  
Johann Friedrich Wagner, *13.04.1719, Fürfeld in der Pfalz, +24.04.1788, Heuchelheim.
Ehefrau: Catharina Elisabeth Lentz aus Lindes.   

1739-1762 Lehrer in Lindes, 1763-1788 Lehrer in Heuchelheim.

*: nach Hassia sacra.
oo: (KB Gr.- & Kl.-L.): Herr Johann Friedrich Wagner, zeitiger Schulmeister (Scholae praeceptor allhier) in Lindes [keine Herkunft gnt.]  &  Johannes Lentz hinterl. Tochter. [KB Gr-L:] Festu Circumcisi [wäre 1. 1.], sponsaliter cop.: 27.12.1745. [KB Kl-L:] 28.1.1746. 
+: [nach FB Heuchelheim:]  24.4.1788, 66 Jahre.
Nach Patenangaben im KB Großen-Linden ist er eindeutig ein Sohn von Johann Philipp Weigel, Lehrer. (738,1 FB Gr.-L.).

HS, Band X, Seite 64: Johann Friedrich Wagner, geb. 13. April 1719 zu Fürfeld, Sohn des aus Großen=Linden stammenden Lehrers und Gerichtsschreibers Johann Philipp Wagner, 1739-1762 Lehrer in Klein=Linden, 1762-1788 Lehrer in Heuchelheim bei Gießen, +24. April 1788. Sein Adjunkt war 1733-1788 sein Schwiegersohn Johannes Henkelmann, der sein Nachfolger wurde.

 
8. Johann Gottfried Fritsche, 1763-1790.  
Johann Gottfried Fritsche, * err. 31.12.1721, Allendorf/ (?), +18.01.1790, Klein-Linden 
Ehefrau: Elisabetha Dorothea Luise Weychard

Von 1763-18.1.1790 Lehrer in Klein-Linden.
Nach KB ist er am 26.04.1763 schon Schuldiener in Lindes, nach Rektor Rau: 7.3.64.

+/#: abends um 7 Uhr; alt 68 Jahre und 18 Tage.
"Er hatte, mit kurzen Worten zu sagen, sein Amt 27 Jahr in ununterbrochener Gesundheit mit .. Eifer und aller Treue versehen, bis er in vorigem Herbst mit einer schmerzhaften Gliederkrankheit überfallen wurde, ..." 
 
[Nicht genannt im FB Allendorf/Lahn.]

HS, Band X, Seite 48: Johann Gottfried Fritsche, 1764-1790 Lehrer in Klein-Linden, + 18. Januar 1790, alt 68 Jahre, 18 Tage. Sein Adjunkt war 1779-1783 sein Sohn Hieronymus Fritsch (66) und 1784-1785 Georg Andreas Sommerlad (104).

 
9. Justus Franck, 1790-1808.
  
Johann Justus Franck, *26.05.1750, Maulbach, +19.01.1808, Klein-Linden
oo: 25.06.1776
Ehefrau: Maria Jacobina Schmitt, *06.10.1742,??; +03.07.1830, Klein-Linden

+/#:  Joh. Justus Franck, Schullehrer dahier, starb am neunzehnten Januar (1808), Abends zwischen neun und 10 Uhr an einer Entkräftung, und wurde den 21sten ejusd. beerdigt, Nachmittags gegen 1 Uhr.
Sein Alter hatte er gebracht auf Sieben und fünfzig Jahr, Sieben Monate, u. 24 Tage.
Die Wahrheit dieses Portocolls bezeugen mit ihres Namens Unterschrift, des Verstorbenen Wittwe Maria Jacobine, geb. Schmittin, und der Kirchen Senior Joh. Weygel, der bei der beerdigung zugegen war.
+++ der Wittwe Unterzeichnung (AHoffman) (der damalige Pfarrer)  
Johannes Weygel, Kirchen Senior
   AHoffmann, Pastor. 
Im KB Kl-L, Sterberegister, gibt es ab 1808 rechts Spalten für Geburt und Heirat, dort steht:
1750, d. 26. May (Maulbach) geb.  /  Cop.: 1776, d. 25. Juny.

+/#:  Maria Jocobina Franck, geb. Schmitt. Im Jahre Christi Achtzehnhundert und dreißig, den dritten July, Abends neun Uhr starb Maria Jacobina, weiland Herrn Johann Justus Franck, gewesenen Schullehrers zu Kleinlinden hinterlassene Wittwe, in einem Alter von sieben und achtzig Jahren, acht Monaten, acht und zwanzig Tagen, und wurde am fünften July, Abends acht Uhr, Christlichem Gebrauche nach, zur Erde bestattet, in Anwesenheit von: 1.Herr Schullehrer Philipp Daniel Weigel und 2.Herrn Beigeordneten Johannes Volck, welche dieses Protocoll, nebst mir, dem Pfarrer, unterzeichnet haben.
Geb.: 1742  6/10   Cop.: 1776.

Herr Rektor Rau nennt in seiner „Ehrentafel der verstorbenen, ehemals in Klein-Linden definitv angestellten Lehrer der Volksschule Klein-Linden“:
Justus Franck, gebürtig von Romrod: 1790 - 19. 1. 1808.

HS, Band X, Seite 48:
Justus Franck von Romrad, bis 1790 Privatlehrer in Romrod, 1790 bis 1808 Lehrer in Klein=Linden, + 19. Januar 1808.    

 
10. Johann Jakob Philipp Münch, 1808-1812. 
Johann Jacob Philipp Münch, *22.07.1783, Watzenborn, +09.03.1828, Wieseck;
oo 11.03.1811 in Klein-Linden
Ehefrau: Catharina Elisabetha Krailing, *09.12.1785, Klein-Linden, +[??]

oo: H. Johann Jacob Phil. Münch zeitiger Schullehrer zu Kleinlinden, Sohn von Hr. Pfarrer Münch zu Burggemünden, alt 28 Jahre, 
mit  Catharina Elisabetha Kraijling, des Grosh. Schultheis Krailing daselbst einzige eheliche Tochter, alt fünf und zwanzig Jahre, drei Monate.
    

Rau: 1808-1812 Lehrer in Klein-Linden, abgelöst 1812 durch Philipp Daniel Weigel.

HS, Band X, Seite 82: 
Johann Jakob Philipp Münch von Watzenborn, Sohn des Präzeptors, späeteren Burg=Gemünder Pfarrers Johann Christian Reinhard Münch, 1808 bis 1812 Lehrer in  Klein=Linden, 1812-1815 Lehrer in Ober=Seemen, 1815 bis 1820 erster Lehrer in Allendorf a. d. Lumda, 1820-1828 Lehrer in Wieseck, + 9. März 1828, alt 45 Jahre.   

 
11. Philipp Daniel Weigel, 1813-1859. 
Johann Philipp Daniel Weigel, *16.05.1783, Klein-Linden, +07.03.1859, Klein-Linden;
oo 14.07.1808 in Klein-Linden
Ehefrau: Catharina Elisabetha Reuschling, *01.06.1779, +09.05.1851, Klein-Linden.

Schullehrer in Linnes 1812 - 1859.

*/~: Freytags, den 16ten May, Abends zwischen 8. und 9. Uhr;
E: Johannes Weijgel, Christophs Enkel, und Susanna Elisabetha, beide Gemeinds- und Eheleute dahier.
P: 1. Johannes Volck, Einwohner und Gemeindsmann zu Allendorff, Amts Hüttenberg.
2. Philipp Manck, Philipp Mancken, Einwohners u. Gemeindsmannes zu Wieseck, ehel.r 2ter Sohn. 
3. Maria Catharina, Ludwig Weijgels, von Wredischen Hofmanns, ehel. Haußfrau von hier.
4. Elisabetha, Jost Hofmanns, gewesenen Müllermeisters zu Allendorf, ehel.e älteste Tochter.

[Taufname: Johann Philipp Daniel]    
Y: 1797: Johannes Weigel, Gemeindeschreibers Sohn.
oo: Philipp Daniel Weygel, Sohn von Joh Weygel, weil. Gem. M. Einw. u. Gemeindeschreiber dahier, Soldat bei der ersteren(?) brigade Hessen, nach vorgezeigter hoher Erlaubniß des Grosh. Hess. Ober Kriegs Collegs in Darmstadt, dat: 17 Junius 1808, ohne vorhergegangene Proclamation, (indem er vorher schon mit seiner Braut ein Kind gezeugt hatte,) mit seiner Braut 
Catharina Elisabetha, des Einw u G.M. Joh. Phil. Reuschling ältester ehl. Tochter priesterlich getraut.
  Die Wahrheit dieses Protocolls bezeugen nebst mir dem Pastor, der die Trauung verrichtete, das junge Ehepaar mit ihrer Namensunterschrift, wobei ausserdem der junge Ehemann erklärt, daß das aussereheliche von der Frau gebohrene, nunmehr dreijährige Kind von ihm gezeugt u legitim sei.
Philipp Daniel Weigel                   AhoffmannPastor 
+++ der Frau Handzeichen
  
+/#: Mittags um zwölf Uhr starb Philipp Daniel Weigel, Großherzoglicher Schullehrer dahier, alt fünf und siebzig Jahre, neun Monate und ein und zwanzig Tage.

Hassia sacra, X, 48:
Philipp Daniel Weigel von Klein=Linden, Urenkel des obenerwähnten Schulmeisters Johann Ludwig Weigel, zuerst Soldat im Artilleriekorps, 1812 bis 1813 Vikar, 1813 – 1859 Lehrer in Klein=Linden, + 7. März 1859.   

 
12. Jakob Seip, 1859-1870(72).
Jakob Seip, * 14.07.1825, Ruppertsburg, + [?]
  

Hassia sacra, X, 48:
Jakob Seip, geb. 14. Juli 1825 zu Ruppertsburg, Sohn des Müllers Seip, 1843-1845 im Seminar, 1845-1848 Vikar der zweiten Schule, 1848 bis 1852 Vikar der ersten Schule in Watzenborn, 1852-1855 Vikar in Hommertshausen und Silberg, 1855-1857 Vikar der ersten Schule, 1857-1859 Vikar der zweiten Schule in Watzenborn, 1859-1862 Vikar, 1862-1872 Lehrer in Klein=Linden, geht 1872 flüchtig, wird 1872 in absentia zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt und abgesetzt.  

Herr Rektor Rau nennt in seiner „Ehrentafel der verstorbenen, ehemals in Klein-Linden definitv angestellten Lehrer der Volksschule Klein-Linden“:
12. 1850-1870 Seib, der später nach Amerika ging: Zu seiner Zeit wurde die Schule zweiklassig, aber nur mit einem Lehrer.

Weiter nennt Herr Rau als 13. und 14. Lehrer: Leithäuser und Otto. Sie hatten die verwaiste Stelle von Großen-Linden aus mit zu versehen: 1870-1872.
Als 15. Lehrer nennt er: Schmidt, von Treysa kommend: 1872-1883.

 
13. Heinrich Schmidt, 1872-1881.
Heinrich Schmidt, *16.06.1823, Nieder-Hörlen, +01.05.1881, Klein-Linden.

+/#: 1881:
Schmidt, Heinrich, Lehrer, wohnhaft zu Kleinlinden, geboren den 16. Juni 1823, starb den 1. Mai 1881 Vormittags ½ 4 Uhr zu Kleinlinden und wurde daselbst kirchlich zu Grabe gebracht durch den unterzeichneten evangelischen Pfarrer am dritten Mai achtzehnhunderteinundachtzig, Nachmittags gegen sechs Uhr.  

Hassia sacra, X, 48:
Heinrich Schmidt, geb. 16. Juni 1823 zu Nieder=Hörlen, 1840-1848 Vikar in Eifa im Hinterland, 1848-1872 Lehrer in Laisa, 1872-1874 Vikar, 1874-1881 Lehrer in Klein=Linden, + 1. Mai 1881.   

 
14. Karl Friedrich Wilhelm Karcher, 1883-1907.
Karl Friedrich Wilhelm Karcher, *18.01.1834 in Baden, +04.10.1913, Klein-Linden.

Am Rand des Sterbeintrags vermerkt später Pfarrer Ackermann, daß ihm die „dankbare Gemeinde Klein=Linden“ am 21.06.1925 ein Grabdenkmal „geweist“ hat.

Rektor Rau: 16.  Karl Karcher, ein geborener Badenser (gestorben 1913): 1883-1907.

 
15. August Christian Ess, 1892-1908.
August Christian Eß, *26.03.1871, Alzey, +
Ehefrau: Maria Jaun, *26.05.1873, Udenhain, +

Rektor Rau: 17. Christian Ess, gebürtig von Alzey, 1892-1908.

 
16. Albert Boßler, 1896-1925.
Albert Boßler. *22.03.1861, Heuchelheim,  +09.11.1928, Klein-Linden.
Ehefrau: Maria Merz, *09.09.1868, Ruppertenrod, +05.02.1946, Klein-Linden.

Pfarrer Bremmer notiert: „Herzschlag, sehr beliebt, Forscher in Volkskunde“.
Rektor Boßler veröffentlichte viel zur heimischen Geschichte, u.a. auch Auszüge aus dem Protocollum Vigelii.
Nach ihm ist die „Albert-Boßler-Straße“ in Klein-Linden benannt.

Rektor Rau: 18. Lehrer und Rektor Albert Boßler, gebürtig von Heuchelheim (gest. 1928): 1896-1925.  


17. Ludwig Keil, 1897-1933.

Rektor Rau: 19. Lehrer und Schulleiter Ludwig Keil, gebürtig von Ettingshausen (gestorben 1946): 1897-1933.

 
18. Friedrich Mönnig, 1908-1928.

Rektor Rau: 20. Lehrer und Rektor Friedrich Mönnig, gebürtig von Ilbeshausen (gest. 1950): 1908-1928.

 
19. Heinrich Möller, 1901-1945.

Rektor Rau: 21. Lehrer und Schulleiter Heinrich Möller, gebürtig von Angersbach (gest. 1948): 1901-1945.

 
20. Dr. Christoph Crößmann, 1933-1939.

Rektor Rau: 22. Lehrer und Rektor Dr. Christoph Crößmann, gebürtig von Pfungstadt: 1933 bis zur Einberufung zum zweiten Weltkrieg im Jahr 1939. (vermißt im Osten).

 
[Hier erfolgen noch Ergänzungen.]

 

Paul Grundke, 1950 - 1961.  
* 1895, Stralsund;  + 1969, Gießen.

Der 1895 in Stralsund geb. Paul Grundke war von 1914-1918 Soldat in Nahost, Türkei und Palästina. Danach absolvierte er seine Lehrer-Ausbildung, war 1920 zeitweise Schulverwalter in Butzbach, 1921-1928 Lehrer in Gunzenau im Vogelsberg. 1928-1934 war er Lehrer in Crainfeld im Vogelsberg. 1934-1945 Lehrer an der Alten und Neuen Pestalozzi-Schule in Gießen, und später Lehrer, Hauptlehrer und Schulleiter an der Mittelschule in Gießen.
Von 1950 bis 1961 war er Lehrer an der Volksschule Gießen-Klein-Linden, 1961 trat er in den Ruhestand und starb 1969 in Gießen.
Paul Grundke war verheiratet und hatte einen Sohn.
(Auskunft des Sohnes)